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Anton Hofreiter im Interview: 'EU wird von innen und außen angegriffen'

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Die Grünen sind die großen Gewinner der Europa- und Kommunalwahlen. Jetzt wollen sie möglichst viel durchsetzen. Im n-tv Interview warnt Fraktionschef Hofreiter aber auch vor ökonomischen Angriffen aus China und dem Erstarken der Rechtsradikalen.
'Die Grünen sind die großen Gewinner der Europa- und Kommunalwahlen. Jetzt wollen sie möglichst viel durchsetzen. Im n-tv Interview warnt Fraktionschef Hofreiter aber auch vor ökonomischen Angriffen aus China und dem Erstarken der Rechtsradikalen.'

'Schwieriger Wahlkampf': AfD verfehlt eigene Europa-Ziele

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Die AfD will bei der Europawahl genauso auftrumpfen wie bei der letzten Bundestagswahl. Das selbstgesteckte Ziel erreicht die Partei nicht. Gemeinsam mit ihren verbündeten Parteien will sie die EU trotzdem von innen heraus 'reparieren'.
'Die AfD will bei der Europawahl genauso auftrumpfen wie bei der letzten Bundestagswahl. Das selbstgesteckte Ziel erreicht die Partei nicht. Gemeinsam mit ihren verbündeten Parteien will sie die EU trotzdem von innen heraus \'reparieren\'.'

‚Future Affairs‘-Konferenz im Auswärtigen Amt

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Source: Auswärtiges Amt 23.05.2019 – Pressemitteilung Gemeinsam mit der re:publica veranstaltet das Auswärtige Amt am 29. Mai die „Future Affairs“-Konferenz. Die „Future Affairs“-Konferenz will die Auswirkungen der Digitalen Revolution in den Fokus
'Source: Auswärtiges Amt 23.05.2019 – Pressemitteilung Gemeinsam mit der re:publica veranstaltet das Auswärtige Amt am 29. Mai die „Future Affairs“-Konferenz. Die „Future Affairs“-Konferenz will die Auswirkungen der Digitalen Revolution in den Fokus nehmen. Unter dem Motto „Digital Revolution: Resetting Global Power Politics?“ diskutieren Expertinnen und Experten aus aller Welt über die außen- und sicherheitspolitischen Folgen der Digitalen Revolution. Partnerregion der „Future Affairs“-Konferenz ist Lateinamerika und die Karibik.Außenminister Heiko Maas wird die Konferenz gemeinsam mit dem Präsidenten der Republik Costa Rica, Herrn Carlos Alvarado Quesada, eröffnen. In zahlreichen Panels, Workshops und „Break-Out-Sessions“ skizzieren Teilnehmer aus aller Welt anschließend neue Denkansätze und Zukunftsszenarien. Das gesamte Programm finden Sie unter folgendem Link. Seite drucken Seite teilen Seite teilen nach oben MIL OSI'

Was zum Teufel?: Detox, Einhörner, veganer Plastikmüll: Warum wir nicht auf jeden Quatsch reinfallen sollten

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Alle jammern über die postfaktischen Zeiten, dabei sind wir oft selbst völlig irrational. Wir wollen uns beim Detoxen von innen heilen, haben Angst vor Gluten und glauben an uns heilende Steineier. Warum fallen wir im Alltag auf jeden Kokolores rein?
'Kürzlich war ich im Drogeriemarkt mit einer Freundin, die ein neues Deo brauchte. Sie entschied sich für eines mit Granatapfel-Duft, schreckte dann aber doch vor dem Kauf zurück, weil das Deo Aluminium enthielt. Hä? Ich hatte von dem Gerücht gehört, dass Alu-Deos das Brustkrebsrisiko erhöhen aber wir waren doch aufgeklärte, junge Leute, die sich von profunden Erkenntnissen leiten ließen und nicht von modernen Mythen, oder? Alu im Deo, ist das nicht die zeitgemäße Version der Vogelspinne in der Yuccapalme?! Wieso haben wir Angst vor Alu im Deo?  Selbstversuch: Nachhaltigkeit im Bad 6.24 Fakt ist, dass es bislang keinen einzigen Brustkrebsfall gibt, der auf die Verwendung von Deos zurückzuführen ist übrigens auch keinen, der auf das Essen von Folienkartoffeln zurückgeht. Ich stand vor einem riesigen Rätsel. Wie kann es sein, dass eine sonst rationale Frau vor 0,000105 Gramm Aluminium in einem Deo Angst hat? Ja, Brustkrebspatientinnen weisen oft einen höheren Aluminiumgehalt im Drüsensekret auf, aber es ist unklar, ob das nun Auslöser oder Folge der Krankheit ist. Und das zu wissen wäre ja entscheidend. Die nächste Frage wäre dann, wie viel des Aluminiums über das Deo in den Körper gelangt ist und wie viel auf anderem Weg. Klar kann man prophylaktisch auf die Deos verzichten. Überhaupt darf man vor allem möglichen Angst haben. Vor Monstern unterm Bett. Kann ich beweisen, dass es keine Monster unter dem Bett gibt? Nein! Habe keinerlei Zahlen in der Hand. Und natürlich hat jeder Mitarbeiter eines Atomkraftwerks das Recht, sich davor zu fürchten, an einem Brotkrumen zu ersticken. Natürlich kann das passieren. Ich, aber das ist nur meine Meinung, würde deshalb nicht aufhören, Brot zu essen. Detox – Wo gegen hilft das nochmal? In meinem Freundeskreis beobachte ich in letzter Zeit dieses Phänomen: Darüber, dass man sich in politischen Fragen auf belastbare Zahlen stützen sollte, herrscht noch Einigkeit. Was belastbare Zahlen sind, tja, da wird es schon schwieriger und deswegen bleibt offenbar keine Zeit und Energie mehr, Behauptungen zu überprüfen, die einem im Alltag begegnen, vor allem zu Gesundheit und Ernährung. Retoure Pakete 11.42 Es ist paradox. Wenn jemand behauptete, Angela Merkel wolle Dänemark annektieren, würden die meisten mal sachte nachfragen, worauf diese Aussage basiert. Wenn hingegen jemand zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte behauptet, in unserem Körper befänden sich mysteriöse dunkle Stoffe (\'Schlacken\'), die nur mit teuren Säften herausgespült werden können, fragt niemand mal sachte nach. Etliche Kollegen \'detoxen\', grüne Smoothies rauf und runter. Das Entgiften ist aus wissenschaftlicher Sicht Blödsinn . Wirklich. Sogenannte Detox-Tees oder Detox-Smoothies sind lediglich Getränke. Gifte wie Alkohol werden von einem Organ (es lebe die Leber!) abgebaut, nicht von Tees mit klanghaften Namen wie \'Teatox: Skinny Detox\' oder Bodylotions. Immerhin: Schädlich sind Detox-Produkte nicht Das ist auch schon lange bekannt, hat sich aber leider nicht annähernd so schnell im kollektiven Gedächtnis festgesetzt wie Beyoncés Zwillingsschwangerschaft. Die britische Organisation \'Sense about science\' hat sich bereits vor ein paar Jahren den Spaß erlaubt und die Anbieter von 15 Detox-Produkten gefragt, gegen welche schädlichen Stoffe ihr Produkt denn nun wirke. Keiner der Hersteller konnte das konkrete Gift nennen und so natürlich auch keine Wirkung nachweisen. Immerhin: Das Trinken eines Detox-Tees ist nicht weiter gefährlich. Ein Steinei in der \'Yoni\'? Doch nicht aller Hokuspokus ist so harmlos. Anfang des Jahres warb die Schauspielerin Gwyneth Paltrow auf ihrem Reiche-Mädchen-Blog \'Goop\' für Steineier aus Rosenquarz und Jade, die man sich nachts in die \'Yoni\' - was auch immer das ist - einführen solle, um negative Energien loszuwerden und die Libido anzuregen. Die Gynäkologin Jen Gunter zerpflückte das Posting und sagte, der Steinei-Humbug sei der schlimmste Quatsch, seit Paltrow behauptet hat, BHs seien krebserregend. Die promovierte Ärztin erklärte geduldig, dass es kein \'Yoni\'-Organ im menschlichen Körper gebe, dass Gebärmutter und Vagina zwei unterschiedliche Dinge seien und man in keines von beiden ein Steinei stecken sollte. Das Ei könne eine Bakterielle Vaginose oder das Toxische Schocksyndrom auslösen. Da waren die Eier für umgerechnet gut 60 Euro (Jade) und 50 Euro (Rosenquarz) allerdings schon ausverkauft. Das Einhorn ist das Tier unserer Zeit Naturkosmetik 14.34 Uhr Immerhin, positiv formuliert: Der eigene Körper fasziniert! Und was man alles hineintun kann. Oder bewusst nicht hineintut: Steineier, Bachblüten, Zuckerkügelchen, Weizenkleber .. Überhaupt, Gluten. Garantiert haben nicht alle, die auf Gluten verzichten, auch wirklich eine Unverträglichkeit. Aber die Angst vor Gluten ist inzwischen so weit verbreitet, dass ein Lieferwagen mit Baguettes locker eine Massenpanik auslösen könnte. Es gilt einfach als gesund und schick, darauf zu verzichten, dabei warnt der Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller explizit, man solle nicht \'einfach mal so auf Lebensmittel\' verzichten, nur weil man meine, sich damit etwas Gutes zu tun. Tut man nämlich nicht. Und der Markt abstruser Produkte wird sekündlich größer. Ich warte eigentlich nur noch auf laktosefreie Limos. (Sehe gerade: gibt es schon!) Gut, ich warte wirklich nur noch auf laktosefreie Schuhcreme. Karma-Beschwörer, Impf-Gegner, Bachblüten-Fans, Kale-Fresser, Smoothie-Säufer - es gibt sie zuhauf in meinem Freundeskreis. Jeder Hokuspokus wird zum Hype. Dazu passt perfekt, dass das Einhorn das Tier der Stunde ist. Gut, ich gebe zu, dass ich mindestens genauso verrückt bin und es in die andere Richtung auch übertreibe. Ich bin eine Vernunft-Besessene, eine Studien-Inhaliererin, ein Wissenschafts-Junkie und Forscher-Groupie. Ich richte meinen Alltag so weit wie möglich am aktuellen Stand der Forschung aus. Beispiele? Jede Gesichtscreme, die ich kaufe, durchläuft eine App, die prüft, ob in ihr schädliche Stoffe enthalten sind; seit ich gelesen habe, dass Vorfreude Menschen am zufriedensten macht, plane ich Konzerte und Urlaub länger vor; seit ich das Buch \'Hygge\' des Glücksforschers Meik Wiking gelesen habe, zünde ich täglich mindestens fünf Kerzen an, denn das steigert das Wohlbefinden. Undsoweiterundsofort. Ich weiß natürlich, dass das übertrieben ist, aber mir gefällt der Gedanke, dass wir das Internet nicht nur dazu nutzen, Klamotten zu bestellen und Videos mit Kätzchen auf Staubsaugern zu gucken. Erstmals in der Geschichte kann jeder das Wissen der Menschheit abrufen und Forschungsergebnisse einsehen. Veganer Plastikmüll Nachhaltige Küche 20.25h Man muss ja auch nicht gleich zu jeder klitzekleinen Sache großspurig das Recherchieren beginnen. Manchmal würde es schon helfen, ein bisschen weniger Rationalitäts-Askese zu betreiben und dem gesunden Menschenverstand eine Chance zu geben. Man sollte sich vermutlich viel öfter fragen: Kann das wirklich sein? Zum Beispiel wenn man im DIY-Laden steht und \'vegane Wolle\' entdeckt. Was ist vegane Wolle? Ja, genau, vegane Wolle ist meistens ein Euphemismus für die billigste, nichtwärmende Wolle, die zwar nicht von Schafen stammt, dafür aber aus Acryl ist, also Plastik. Insofern klingt es zwar erst mal ausgesprochen modern, nachhaltig und moralisch einwandfrei, wenn man etwas mit veganer Wolle strickt. In Wahrheit werden vegane Wollsocken allerdings zu Plastikmüll. Man sollte auch viel öfter die Frage nach der Absenderkompetenz stellen, also: Woher weiß der das? Woher hat Gwyneth Paltrow noch mal genau ihr gynäkologisches Fachwissen? Und man kann fragen: Was könnte der Absender für Absichten verfolgen? Verdient Gwyneth Paltrow am Verkauf von Yoni-Steineiern im Onlineshop der \'Goop\'-Seite? Wie glaubwürdig ist so eine Homepage wie deo-ohnealu.de, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin? Im Impressum steht Unilever, das Unternehmen, das unter anderem die Antitranspirante der Marken Axe, Rexona oder Dove herstellt und vertreibt. Informationen helfen ungemein bei der Einschätzung, ob vermeintliche Experten wirklich zuverlässig sind. Mythen können Freundschaften zerstören Noch erstaunlicher, als dass aufgeklärte Menschen ab und an Sehnsuchtsmaschinerien und fadenscheinigen Versprechen auf den Leim gehen, finde ich übrigens, dass in einer Freundschaft der dritte Weltkrieg losbrechen kann, nur weil man beispielsweise die Wirksamkeit von Globuli bezweifelt. Diejenigen, die durch Smoothies, Steineier und Globuli geheilt/erleuchtet/schlank wurden (nicht zwingend in dieser Reihenfolge), bleiben bei ihrer Meinung und verteidigen sie härter als Uli Hoeneß den FC Bayern. Wieso wird es immer gleich so emotional? Wieso kann man so schlecht dagegen argumentieren? Es gibt tatsächlich eine Erklärung dafür. Die anderen werden es schon wissen Schreibtisch organisieren Die verblüffende Faktenresistenz haben nun US-Wissenschaftler untersucht und eine plausible Erklärung gefunden. Die beiden amerikanischen Professoren Steven Sloman und Philip Fernbach, Autoren des Buches \'The Knowledge Illusion\', fanden heraus, dass jede Art von Meinungsextremismus auf der Illusion fußt, dass man etwas versteht. Wir alle halten uns für schlauer, als wir eigentlich sind. Der Mensch hat sich schon in der Urzeit auf die Expertise anderer Menschen verlassen müssen, und daher kennt der Mensch keine scharfen Grenzen zwischen dem Wissen einer Person und dem anderer Gruppenmitglieder. Jeder verlässt sich permanent darauf, dass die anderen schon Bescheid wissen. Wir ignorieren die Fakten \'In der Regel gehen starke Emotionen und große Expertise nicht Hand in Hand\', stellen die beiden Forscher Sloman und Fernbach fest. Laut meiner kleinen Privatstatistik kann ich das bestätigen. Mal angenommen, die Position eines Freundes zu einem Thema ist haltlos, ich vertraue ihm aber und übernehme seine Meinung, dann ist meine Meinung genauso haltlos. Wenn ich dann mit einem dritten Freund spreche und er beschließt, dass er derselben Meinung ist wie ich, basiert seine Meinung auch auf keinerlei Fakten, aber jetzt haben wir drei das gute Gefühl, eine richtige Meinung zu haben. Dieses Phänomen kennt jeder, der schon mal arglos mit Globuli-Jüngern diskutiert hat. Warum aber gibt man eine Meinung, zu der man schnell gekommen ist, nicht genauso schnell wieder auf? Die US-Forscher Jack und Sara Gorman (Vater und Tochter) formulieren in ihrem Buch \'Denying to the Grave: Why We Ignore the Facts that Will Save Us\' eine Theorie: Menschen empfinden großes Vergnügen, wenn sie Informationen verarbeiten, die ihre eigenen Überzeugungen stützen. Das lässt sich sogar biologisch nachweisen, man erlebt dann geradezu einen Dopamin-Rausch. Es fühlt sich gut an, bei seiner Meinung zu bleiben, auch wenn man falschliegt. Wir müssen andere auf Fakten und Auswirkungen festnageln Unnütze Erfindungen_15.45Uhr Und nun? Menschen mit Informationen zu versorgen hilft ja offenbar nicht. An die Emotionen zu appellieren verspricht eher Erfolg, unterwandert aber das Prinzip, dass man eigentlich die Wissenschaft stützen möchte. Sloman und Fernbach haben einen Ansatz. Sie baten Menschen um eine Meinung zu der Frage \'Sollten Lehrer leistungsbezogen bezahlt werden?\'. Dann ließen sie die Teilnehmer detailgetreu die Auswirkungen erklären. Sie kamen ins Schleudern und relativierten ihre harten Aussagen. Meine neue Strategie ist also: Die anderen auf Fakten und Auswirkungen festnageln. Ihre Hypothese ernst nehmen und darauf abzielen: Wenn es so wäre, was wären die Konsequenzen? Wenn zwischen Mexiko und den USA eine Mauer gebaut wird, wo lägen die Vorteile? Was würde passieren, wenn Kinder ungeimpft auf eine Party mit einem Masernpatienten gingen? Was wird aus dem Acrylpullover, wenn wir ihn entsorgen? \'Man erkennt den Irrtum daran, das alle Welt ihn teilt.\' Wir schaffen das schon. Falls ihr mich sucht: Ich bin in einem Café, verströme den Duft von Granatapfel, trage eine vegane Jeans, stille meinen Durst mit laktosefreier Cola und meinen Wissensdurst mit einem Buch des französischen Schriftstellers Jean Giraudoux. Der schrieb schon vor 80 Jahren: \'Man erkennt den Irrtum daran, dass alle Welt ihn teilt.\' Veganer Burger_13.15Uhr'

Zehn Monate nach dem Jawort: Ex-'Bachelor' Leonard hat Eheprobleme

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Bei Leonard Freier hängt der Haussegen schief. Gut zehn Monate nach der Hochzeit kriselt es bei dem ehemaligen RTL-'Bachelor' und seiner Frau Caona. Mit Hilfe von außen versuchen die jungen Eltern nun ihre Ehe zu retten.
'Bei Leonard Freier hängt der Haussegen schief. Gut zehn Monate nach der Hochzeit kriselt es bei dem ehemaligen RTL-\'Bachelor\' und seiner Frau Caona. Mit Hilfe von außen versuchen die jungen Eltern nun ihre Ehe zu retten.'

Digitale Nomaden: Vier-Stunden-Tag vom Strand aus: So hat Svenja ihren Arbeitsalltag umgekrempelt

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Vor drei Monaten verkaufte Svenja ihre Möbel, packte ihren Laptop und machte sich selbstständig. Nun arbeitet die 29-Jährige, wo immer sie will – und zwar am liebsten am Strand. NEON hat sie erzählt, wie das Leben als Digitale Nomadin funktioniert.
'Wenn in Deutschland die Ersten den PC aufklappen, die Mails checken und beim Kaffee mit den Kollegen die Morgenmüdigkeit bejammern, sitzt Svenja am Strand. Die 29-Jährige ist zwar auch Teil der deutschen Arbeitswoche, aber sie lebt nicht in und mit ihrem Rhythmus. Denn die studierte Innenarchitektin will sich nichts mehr vorgeben lassen – nicht von einem Unternehmen und schon gar nicht von der Gesellschaft.Veganer Metzger 0655Seit einigen Monaten ist die Münsteranerin Digitale Nomadin. Und arbeitet einfach immer dort, wo sie Zugang zum Internet hat. Aktuell erledigt sie die Büroorganisation für unterschiedliche Kunden: Sie plant Termine, bucht Flüge und gestaltet Websites; sie ist digitale Assistentin. Ein fester Arbeitsplatz und feste Arbeitszeiten gehören für Svenja damit der Vergangenheit an, nur ihr Laptop begleitet sie auf Schritt und Tritt. Vorher hat sie in Stuttgart ihren Job als Projektmanagerin in einem Architekturbüro gekündigt, ihre Möbel und ihre Kleidung verkauft und ein One-Way-Ticket nach Bali gebucht. \'Nach der Arbeit hetzt du zum Einkaufen, dann zum Sport und am nächsten Tag geht alles wieder von vorn los\', beschreibt die 29-Jährige ihren Alltag von früher, als sie mit NEON über WhatsApp telefoniert. Sie sitzt in einem Hostel in Myanmar.Asien – Land der Digitalen NomadenWie sie zieht es unzählige Digitale Nomaden vor allem an die Strände Asiens. Auf der indonesischen Insel Bali hat sich in den letzten Jahren ein wahres Paradies für die Freelancer entwickelt. Die Modern-Work-Hauptstadt der Kleinunternehmer ist Ubud, eine kleine Stadt im Osten der Insel. Zwischen Reisfeldern, Schluchten und dichtem Dschungel finden sich Coworking-Spaces, Cafés und Hostels, die die perfekte Infrastruktur für das Leben und Arbeiten hinter dem Laptop bieten: Einen Arbeitsplatz im Stunden-, Wochen- oder Monatspaket, Internet und oftmals Strandnähe. Hier trifft man Gleichgesinnte. Häufig designen Digitale Nomaden Websites, bieten IT-Support an oder schreiben Texte für Online-Magazine. Aufgaben, die man online und von überall erledigen kann. Kontakt zu ihren Kunden halten sie über Skype oder WhatsApp-Call. \'Ich denke, dass viele Berufe langfristig immer ortsunabhängiger werden\', sagt Svenja. Schließlich sei es für Selbstständige oder Gründer nicht immer möglich, Büroräume zu mieten. Die Zukunft der Arbeit sitzt für die 29-Jährige nicht hinter dem Schreibtisch und im Großraumbüro, sondern da, wo der Einzelne glücklich ist.Bild SvenjaWährend in Deutschland laut Zahlen des Arbeitsministeriums gerade einmal knapp 20 Prozent der Beschäftigten von zu Hause aus arbeiten und die Politik über ein Recht auf Homeoffice diskutiert, wünschen sich über die Hälfte der Arbeitnehmer in allen Generationen mehr Flexibilität und moderne Arbeitsmodelle, wie eine aktuelle Studie von \'Airbnb for Work\' zeigt. 83 Prozent der Befragten sind der Überzeugung, dass sie im Home Office genauso produktiv sind, wie im Büro. Und da ist noch mehr als die Frage der Produktivität – auf der Suche nach Freiheit, Abenteuer und Lebensglück lassen immer mehr Menschen die klassische 40-Stunden-Woche hinter sich.Deadlines statt LebensglückSvenja ist in der Straßenbahn klar geworden, dass ein klassisches Arbeitsmodell mit Acht-Stunden-Tagen auf dem Schreibtischstuhl, wie es in Deutschland immer noch sehr häufig vorkommt, für sie so nicht funktioniert. \'Jeden Tag in der Bahn habe ich die gleichen Häuser, die gleichen Straßen gesehen – das war das Schlimmste für mich\', resümiert sie heute. Doch bis dahin überwog vor allem der Wunsch nach Sicherheit. Nach dem Abitur machte sie ihren Bachelor in Innenarchitektur, nach dem ersten Ausflug ins Berufsleben folgte der Master, aber richtig glücklich war sie schon damals nicht. \'Bei Innenarchitektur denken immer alle, man richtet Räume ein und setzt tolle Visionen um\', sagt die 29-Jährige. Manchmal sei dies auch so, aber der Großteil ihres Jobs sei Projektplanung und das Einhalten von Deadlines gewesen.Interview Frugalist 23.08Dann kam das Angebot für einen aussichtsreichen Job als Projektmanagerin. \'So eine Stelle bekomme ich nie wieder, dachte ich – und das direkt nach dem Studium\'. Doch es gab kaum Erfolgserlebnisse. \'Irgendwann habe ich nur noch das Gefühl gehabt, Probleme zu lösen. Kaum war eins aus der Welt geschafft, kam schon das nächste.\' So wollte sie nicht weitermachen und recherchierte im Internet. \'Wenn du anfängst, dich zu informieren, findest du so viele positive Erfahrungen von Aussteigern\', sagt sie immer noch merklich begeistert.Mit der Kokosnuss am StrandHeute arbeitet Svenja vielleicht vier Stunden am Tag. \'Morgens gehe ich erst einmal an den Strand, schwimme, mache Yoga. Wenn Deutschland dann am Nachmittag erwacht, erledige ich meine Aufgaben und kann dann wieder den Sonnenuntergang am Strand schauen.\'  Auch wenn familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und Homeoffice in Deutschland mittlerweile in nahezu jeder Stellenbeschreibung Erwähnung finden, sind sie noch lange kein Alltag. Eine Bielefelder Agentur führte im vergangenen Jahr die 25-Stunden-Woche für ihre Mitarbeiter ein. Doch trotz großem Erfolg für das Unternehmen bleiben solche Beispiele Einzelfälle. Studien zeigen, dass die 40plus-Stundenwoche in Deutschland immer noch als das Nonplusultra gilt.Aber wird sich das verbessern, wenn alle ihren Laptop einpacken und sich in Asien an den Strand setzen? \'Ich denke, dass Unternehmer und die Einheimischen davon profitieren\', sagt Svenja. In den meisten Städten würden die Digitalen Arbeiter akzeptiert, da sie effektiv keine Arbeitsplätze wegnehmen, sondern vor allem den Tourismus und die Wirtschaft im Land ankurbeln. Doch die Community bliebe meistens unter sich. Wer zu lange weg bleibt, kann übrigens auch mit den Behörden Probleme bekommen, denn regulär muss man eine gewisse Zeit in dem Land leben, in dem man gemeldet ist.John Strelecky_15.10Neues Arbeiten mit alten KontaktenSvenja hat ihr Gewerbe in Deutschland angemeldet. Sie zahlt eine Auslandskrankenversicherung und in das Versorgungswerk der Architektenkammer ein, eine private Altersvorsorge für ihren erlernten Berufsstand. Zudem legt sie privat Geld zurück. \'Netto verdiene ich gerade fast schon so viel wie in meinem alten Job\', sagt die Digitale Nomadin. Ihre Kunden hat sie aus ihren vorherigen Jobs mitgenommen oder über Freunde akquiriert; weil ihr Gewerbe in Deutschland gemeldet ist, kann sie jedoch nur für deutsche Kunden arbeiten. \'Mein Umfeld war immer überrascht, dass ich es überhaupt zu Hause so lange ausgehalten habe\', sagt sie heute.Doch Asien soll für die 29-Jährige nur der Start ins Leben als Digitale Nomadin sein, denn hier ist der Einstieg leicht: Das Wetter ist schön und die Lebenshaltungskosten sind niedrig. Langfristig will Svenja jedoch in Australien Fuß fassen – dort hat sie ab kommenden Herbst ein Work-And-Travel-Visum. Neben ihrer Arbeit als digitale Assistentin kann sie dann ihrer zweiten Leidenschaft nachgehen: die Münsteranerin ist ausgebildete Zumba-Instruktorin und gibt Kurse in der Mischung aus Fitness und Tanz. Das geht überall auf der Welt, hofft sie.Frugalisten 0630'